Magazin-Artikel

Kalte Dusche gefällig?

Von 29. Dezember 2019Dezember 31st, 2019 Keine Kommentare

Wir Wiener haben es in punkto Wasser ja sehr gut getroffen. Kaiser Franz Joseph ließ die zwei Hochquellwasserleitungen bauen, die der Hauptstadt der Donaumonarchie erstmalig eine Versorgung mit einwandfreiem, frischen Wasser gewährleistete. Die erste wurde 1873 eröffnet und durch die zweite Hochquellwasserleitung 1910 ergänzt. Diese liefern direkt aus den Alpen kristallklares, einwandfreies Trinkwasser, das in der Qualität so manches im Verkauf erhältliche Mineralwasser übertrifft direkt in unsere Haushalte. Als Juristin bin ich immer dafür dankbar, dass diese baulichen Großprojekte bereits zu einer Zeit verwirklicht wurden, als unserer Rechtsordnung noch Gesetze, wie zum Beispiel das Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz fremd waren, da diese die Verwirklichung solcher Großprojekte durch die Einspruchsmöglichkeit von Bürgerinitiativen so erschweren, dass sie, wenn sie nicht sogar verhindert werden, so zumindest unendlich lange dauern, bis sie eine Genehmigung zum Bau erhalten.

Aber ich schweife ab.

Wovon ich eigentlich sprechen wollte ist von den segensreichen Wirkungen von ganz normalem Wasser auf unsere Gesundheit.

Unser Körper besteht bei erwachsenen Personen noch zu 70 % aus Wasser ( bei Neugeborenen sind es sogar 95 % ) und die meisten physiologischen Prozesse bedürfen zu ihrer Aufrechterhaltung der Zufuhr von Flüssigkeit und die wertvollste Flüssigkeit für den Körper ist Wasser!

Besonders bei Sommerhitze ist es immer wieder zu beobachten, dass wir zuwenig trinken. Kreislaufbeschwerden, Übelkeit und Schwindel sind nicht nur bei der Sportausübung, bei der ja durch vermehrtes Schwitzen noch mehr Flüssigkeit verloren geht, die Folge. Besonders ältere Menschen haben darunter zu leiden, da bei ihnen das natürliche Durstgefühl nachlässt. Im Übrigen ist es bereits „zu spät“, wenn man erst bei Durst trinkt. Zwei Liter Flüssigkeit am Tag sind das absolute Minimum, bei Hitze sollten es sogar zweieinhalb Liter sein.

Mittlerweile gibt es auf Smartphones zahlreiche Apps, die mit akustischen Signalen an das Wasser trinken erinnern, sollte man es vergessen, oder man stellt sich einfach einen Krug mit Wasser auf den Arbeitstisch und nimmt sich vor, dass man mindestens zwei Krüge, die zumindest einen Liter fassen bis zum Abend getrunken hat. Suppen, Cafe, Tee und Säfte dürfen in die Flüssigkeitsmenge miteingerechnet werden. Die These, dass Tee und Cafe dem Körper Wasser entziehen ist im Übrigen mittlerweile widerlegt worden.

Auch die These wonach der Körper bei heißeren Temperaturen und Sport besondere „Sportgetränke“ brauchen würde um durch den Schweiß verlorene Mineralstoffe „zu ersetzen“ stimmt so nicht. Reines Wasser ist deshalb besser als solche Getränke und auch besser als Obstsäfte ( zum Beispiel die Apfelschorle ), da es nicht verstoffwechselt werden muss und daher die Flüssigkeitsdefizite am schnellsten ausgleicht. Man sollte in etwa pro halber Stunde Sportausübung bei Hitze einen halben Liter Flüssigkeit zuführen.

Wenn Sie sich Sorgen über die Qualität Ihres Leitungswassers machen genügt eine Anfrage an Ihre Gemeinde oder das örtliche Wasserversorgungsunternehmen, diese sind aufgrund einer EU-Richtlinie über die Veröffentlichung von Umweltdaten dazu verpflichtet Ihnen Auskunft über die Qualität des Wassers zu geben.

Aber ich möchte heute auch noch von einer anderen positiven Wirkung des Wassers, insbesondere des kalten Wassers sprechen: der „guten, alten kalten Dusche“ am Morgen:

Ich weiß nicht, ob Sie auch noch mit diesem Ratschlag erzogen worden sind, dass man „zur Abhärtung des Körpers“ am Morgen kalt duschen sollte. Dieser Ratschlag ist schon ziemlich in Vergessenheit geraten, wird aber neuerdings – zu Recht, wie mir scheint – wiederentdeckt.

Wenn Sie direkt nach dem Aufstehen eine eiskalte Dusche von etwa 30 Sekunden nehmen, wachen Sie nicht nur sehr „plötzlich“ auf, sie tun Ihrem Körper auch sonst viel Gutes. Studien haben herausgefunden, dass durch eine solche, regelmäßig angewendete „Kältetherapie“ sogar Allergien und rheumatische Beschwerden gelindert werden können. Über ärztliche Verschreibung können sogar zu diesen Zwecken Aufenthalte in sogenannten „Kältekammern“ vorgenommen werden. In einigen Ländern verfügen sogar5 bereits Fitnessstudios über solche Kältekammern.

Die Anwendung zu Hause ist aber, vorausgesetzt, sie wird regelmäßig vorgenommen, durchaus auch effizient. Man beginnt mit 30 Sekunden und dehnt diesen Zeitraum nach einiger Zeit auf bis zu zwei Minuten aus und kann ihn durchaus auch mit einer Warmwasseranwendung unterbrechen, wobei man immer kalt enden sollte. Pfarrer Kneipp lässt grüßen. Wichtig ist aber auch, dass man dies auch im Winter macht, wo es uns naturgemäß schwerer fällt, aber: „Übung macht den Meister“!

Diese Kaltwasseranwendungen machen uns auch leistungsfähiger im Sport, es wird sogar diskutiert, ob sie den Anteil des sogenannten „braunen Fettes“ im Körper, dass den Energieverbrauch erhöht und somit das Abnehmen fördert, erhöht, oder nicht. Diesbezüglich ist sich die Wissenschaft aber noch nicht ganz im Klaren.

In jedem Fall jedoch ist es für unsere Gesundheit förderlich, wenn wir die „gute, alte, kalte Dusche“, die schon unsere Großmütter predigten, wiederentdecken. Nach einer mehr oder weniger harten Gewöhnungsphase werden auch Sie sicherlich die positiven Wirkungen an Ihrem Körper feststellen können.

Bis dahin verbleibe ich wie immer mit den besten Grüßen aus Wien!

Herzlichst Ihre Ele Pline

Zuschriften bitte unter: sonjafiala@gmx.at

Sonja Fiala

Sonja Fiala

Österreichs älteste, aktive Bodybuilderin

Hinterlasse einen Kommentar